Verkehrsbetriebe
Rail Baltica: Meilenstein für FS/Italferr erreicht02.10.2025
Ein weiterer wichtiger internationaler Meilenstein für die FS-Gruppe: In Vilnius wurde der größte Vertrag zur Elektrifizierung des Eisenbahnnetzes in Europa unterzeichnet.
Italferr wird in Zusammenarbeit mit anderen ausländischen Unternehmen eine führende Rolle im Rahmen des Projekts Rail Baltica übernehmen, einer vorrangigen und strategischen Infrastruktur für die Europäische Union, die sich über 870 Kilometer erstrecken und fünf Länder umfassen wird: Polen, Litauen, Lettland, Estland und indirekt auch Finnland. Der Gesamtwert des Vertrags beläuft sich auf knapp 1,8 Mrd. Euro.
Die Strecke wird von Warschau bis Tallinn verlaufen, wo eine zukünftige, ehrgeizige Unterwasserverbindung nach Helsinki geplant ist. Das Ingenieurbüro der FS-Gruppe wird die Aufgabe haben, die Fertigstellung der Signalanlagen und Energiesubsysteme zu überwachen und zu koordinieren sowie die Bauleitung für den Bau der neuen 230 km langen zweigleisigen Hochgeschwindigkeitsstrecke in Lettland zu übernehmen.
Der mit dem Konsortium COBELEC (Cobra-Gruppe & Grupo Elecnor) unterzeichnete Vertrag ist ein Meilenstein für die infrastrukturelle Entwicklung der baltischen Region und ihre Integration in das TEN-T-Netz des europäischen Eisenbahnsystems bis 2030, mit erheblichen Auswirkungen in Bezug auf Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Interoperabilität. Auch für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt werden Vorteile erwartet, da während der Bauphase etwa 13.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Projekt wird zu einem Wachstum des regionalen BIP um 0,5-0,7 % pro Jahr beitragen und die Stadtentwicklung, den Tourismus und neue Geschäftsmöglichkeiten fördern. Außerdem wird eine Verringerung des Schwerverkehrs auf der Straße um schätzungsweise 30-40 % und Einsparungen in Höhe von 7,1 Mrd. Euro erwartet.
Rail Baltica ist eines der ehrgeizigsten grenzüberschreitenden Eisenbahnprojekte Europas, das die Mobilität in der Region radikal verändern wird. Der Beginn der Elektrifizierungsarbeiten markiert den Start einer neuen Betriebsphase für Rail Baltica, das sich darauf vorbereitet, eine effiziente und integrierte Hochgeschwindigkeitsbahnachse im Herzen Europas zu werden.
Die Vergabe des Auftrags erfolgte im Anschluss an ein im Mai 2022 gestartetes Beschaffungsverfahren. Vier internationale Konsortien bewarben sich, drei davon kamen 2023 in die engere Auswahl. Das von Cobra und Elecnor gegründete Joint Venture wurde schließlich aufgrund seiner starken technischen Lösung, seiner Kosteneffizienz und seiner Nachhaltigkeitsreferenzen ausgewählt. Das Projekt zeichnet sich auch dadurch aus, dass zum ersten Mal in einem Eisenbahnprojekt dieser Größenordnung die Technologie der neuen Generation von statischen Frequenzumrichtern (Static Frequency Converter, SFC) zum Einsatz kommt.
Bis Ende 2025 werden angeblich 43 % der Hauptstrecke der Rail Baltica baureif sein.


