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25.01.2026
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Verkehrsbetriebe

Frankfurt vernetzt alle innerstädtischen Verkehre
02.10.2025

 


Ziel der Stadt Frankfurt am Main ist es, Stadtbahn, Straßenbahn und Individualverkehr konsequent und intelligent miteinander zu vernetzen.


Dazu stellt die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) ab 2027 schrittweise ihr aktuelles Zugsicherungssystem auf ein digitales System um. Dabei kommunizieren die U- und Straba-Züge kontinuierlich per funkbasierter Datenübertragung mit der Streckeninfrastruktur. Die Technologie dahinter nennt sich „Communications-Based Train Control“-Technologie (CBTC), die das Fahren im „wandernden Raumabstand“ ermöglicht. Das bedeutet, dass die Züge im Tunnel nicht mehr in Blockabschnitten, sondern automatisiert im absoluten Bremswegabstand zueinander fahren.

Züge können so in kürzeren Abständen fahren, was wiederum eine deutliche Angebots-Ausweitung der VGF möglich macht, ohne Strecken oder Stationen um- oder neu zu bauen. Durch das neue System wird die Taktgenauigkeit sowie -verlässlichkeit erhöht und bis zu 25 Prozent Energie eingespart. Die Technik wirkt außerdem dem Verschleiß von Fahrzeugen und Schienen entgegen und erhöht den Passagierkomfort durch sanftes Beschleunigen und Bremsen.

Da die Frankfurter U-Bahnen sogenannte Stadtbahnen sind und auch oberirdisch verkehren, ist die Einbindung der Straßenverkehrstechnik für das Projekt essenziell. Ziel der Stadt Frankfurt ist es, Stadtbahn, Straßenbahn und Individualverkehr konsequent und intelligent miteinander zu vernetzen. Deshalb ist DTC eng mit dem städtischen Projekt „Frankfurt MIND(+) (Multimodal, Intelligent, Nachhaltig, Digital)“ verbunden, bei dem die „C-ITS“-Technik („Cooperative Intelligent Transport System“) eingesetzt wird. Auf dem Testring der VGF wurde das Zusammenspiel der beiden Techniken „CBTC“ und „C-ITS" erstmals erfolgreich getestet.

Durch die Verknüpfung der Projekte soll die vernetzte Mobilität in Frankfurt schnell zur Realität werden und für die Optimierung des innerstädtischen Verkehrsflusses und die Stärkung und gezielte Priorisierung des ÖPNV sorgen.

Wie geht es weiter? Die erforderliche Technik ist auf der Strecke der Linien U4 und U5 im Tunnel zwischen Bockenheimer Warte und Seckbacher Landstraße fertig verbaut. Von September bis Oktober finden hier statische Systemtests statt. Bereits im Januar 2026 sind die ersten Testfahrten ohne Fahrgäste auf dieser Strecke eingeplant. Hier kann beispielsweise erstmals das Fahren im wandernden Raumabstand erprobt werden, außerdem finden Stress- und Belastungstests statt. Auf dem Testring wurde 2024 u.a. geprüft, ob die Kommunikation zwischen dem U-Bahn-Prototypen und der Streckeninfrastruktur richtig funktioniert und ob das automatische Anfahren sowie das Bremsverhalten des Zugs den Anforderungen entspricht. Bis 2027 sollen die Linien U4 und U5 fertiggestellt werden. Im Jahr 2030 folgt die „A-Strecke“ mit den Linien U1, U2, U3 und U8. Die „C-Strecke“ und die Straßenbahn folgen im Jahr 2033.

Über das Engagement der VGF bei IDX4rail gibt es darüber hinaus auch gewisse Berührungspunkte zu deren Arbeit im Infrastrukturmanagement.