Verkehrsbetriebe
Emirate: VAE erweitern Eisenbahnnetz15.08.2025
In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird derzeit ein nationales Eisenbahnnetz entwickelt und gebaut.
Der Personenverkehr soll voraussichtlich 2026 aufgenommen werden. Betreiber ist die 2009 gegründete Etihad Rail mit Sitz in Abu Dhabi.
Nach der Inbetriebnahme werden auf dem 900 km langen Streckennetz 11 Städte und Regionen auf einer West-Ost-Achse verbunden werden, von Ghuwaifat am Persischen Golf und der Grenze zu Saudi-Arabien über Abu Dhabi und Dubai bis Fudschaira am Golf von Oman.
Das Bahnnetz wurde in zwei Bauabschnitten erstellt:
Abschnitt 1, 2010 begonnen und ab 2016 vom Güterverkehr befahren, führt von der Hafenstadt Ruwais ostwärts an der Küste bis Tarif und biegt dann nach Süden zu den Gaskraftwerken ab; hier verkehren 1,8 km lange „Schwefel-Züge“ mit durchschnittlich 410.000 Tonnen Ladung pro Monat aus der Erdgas-Entschwefelung.
Abschnitt 2 wurde 2020 begonnen und 2023 für den Güterverkehr eröffnet, führt von Ghuwaifat nach Fudschaira. Hier fuhr Scheich Mohammed bin Rashid letztens von Dubai aus schon einmal Probe.
Beide Abschnitte zusammen sollen ungefähr 30 Mrd. US-Dollar gekostet haben.
An der Infrastruktur hat man nicht gespart: Größtenteils zweigleisig, Zugbeeinflussung ETCS L2 und Signalübertragung per Fiberglas. Elektrifizierung Fehlanzeige, denn Diesel hat man ja genug. Der Güterverkehr kann bis 160 km/h schnell sein, der Personenverkehr schafft 200 km/h.
Die Strecken in den VAE sind ein wichtiges Bindeglied der Gulf Railway, die auf fast 2.200 Kilometern sechs Staaten des „Golfrats“ Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain, Katar, VAE und Oman verbinden soll. Hierfür haben die VAE und der Oman die Projektgesellschaft Hafeet Rail gegründet, um demnächst auf 238 Kilometern das VAE-Netz in Phase 1 über al-Ain mit der omanischen Hafenstadt Suhar zu verbinden; von da aus kann es in Phase 2 nochmal 200 km weiter in die Hauptstadt Maskat gehen.
Die Gesamtkosten der Gulf Railway werden auf rund 250 Mrd. US-Dollar geschätzt.
Saudi-Arabien scheint derweil noch im Planungsstadium zu sein, so fehlen die Anschlüsse zu den VAE und damit Bahrain/Katar sowie hoch nach Kuwait. Dabei hätte es manche Vorteile, denn viele Waren werden in Tagen per Schiff um die arabische Halbinsel herum gefahren oder per Lkw von West nach Ost transportiert; die Bahn wäre schneller und die Zollvorteile für Containerfracht blieben (wie beim Schiff) erhalten.


