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12.03.2026
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Verkehrsbetriebe

Großbritannien: Instandsetzung der Kyle of Lochalsh Line erfordert Vollsperrung
01.08.2025

 


Die von Inverness über Dingwall nach Kyle of Lochalsh führende Eisenbahnstrecke in Schottland steht an landschaftlicher Schönheit der bekannten „West Highland Line“ nach Mallaig in nichts nach.


In Dingwall zweigt die 1870 (bis Stromeferry) bzw. 1897 (komplett) von der Highland Railway eröffnete, ca. 103 km lange eingleisige Strecke nach Kyle of Lochalsh von der sogenannten „Far North Line“ ab.

Für diesen Herbst ist nun ein umfangreiches Sanierungsprojekt im Wert von umgerechnet 5,2 Mio. Euro für die Bahn nach Kyle of Lochalsh in den Highlands geplant. Die Investition ist Teil des Engagements von Network Rail, die langfristige Zuverlässigkeit und Sicherheit der schottischen Eisenbahnen zu gewährleisten. Die Arbeiten sollen über einen Zeitraum von drei Wochen vom 19. Oktober bis zum 10. November 2025 andauern, damit zwischen Achnashellach und Strathcarron rund 7,2 km Gleis erneuert werden können.

Ross Moran, der zuständige Regionaldirektor von Network Rail Scotland erklärte dazu: „Die Bahnstrecke nach Kyle of Lochalsh ist ein beliebter Teil des schottischen Eisenbahnkulturerbes, und nur wenige Strecken bieten einen so malerischen Blick auf unsere Landschaft. Diese Investition wird somit dazu beitragen, seine Zukunft zu bewahren und sicherzustellen, dass es für viele weitere Generationen eine zuverlässige und nachhaltige Reisemöglichkeit für die lokale Bevölkerung und Besucher bleibt.“

Mark Ilderton, der Direktor für Dienstleistungen von ScotRail, ergänzte: „Es wird zwar während der Bauarbeiten einige Änderungen in den Fahrplänen geben, doch wir bemühen uns, klare Informationen und zuverlässige alternative Transportmöglichkeiten bereitzustellen, damit unsere Kunden weiterhin vertrauensvoll reisen können. Wir wissen, wie wichtig die Strecke für die Gemeinden ist, die sie bedient und sind unseren Kunden für ihre Geduld und ihr Verständnis während dieser wichtigen Verbesserungsmaßnahmen sehr dankbar.“

Das Projekt umfasst die Kontrolle und nötige Reparaturen an wichtigen Bauwerken entlang der Strecke, um sicherzustellen, dass Brücken und Durchlässe in gutem Zustand bleiben. Auch die Gräben und Entwässerungssysteme entlang der Strecke werden gereinigt, um Überschwemmungen zu verhindern und wetterbedingte Verspätungen zu reduzieren.

Die Strecke ist nicht elektrifiziert, die erzielbaren Geschwindigkeiten liegen bei bescheidenen 25 bis 65 km/h und sie wurde bis 1985 per Token (Stabsicherung) abgesichert. Vom jetzigen Endpunkt am Atlantik konnten die Isle of Skye und die Äußeren Hebriden per Fähre erreicht werden, woraus sich auch die hauptsächliche Verkehrsbedeutung ergab; heute gibt es eine Brücke nach Skye. Zudem wünschten sich wohlhabende Landadelige, ihre abgelegenen Lodges bspw. zur traditionellen Moorhuhnjagd besser erreichen zu können. Der aufkommende Fremdenverkehr und die einflussreiche Highland Lobby verhinderten die Stilllegung der Strecke in den 1960er Jahren.

Für die knapp über 70 Kilometer lange Strecke ab Dingwall brauchen die werktäglich vier verkehrenden Züge („Express Sprinter“!) über zwei Stunden.