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19.06.2024
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Verkehrsbetriebe

Schweden: Gleisverwerfungen führen zu weiterer Schließung der Erzbahn
07.06.2024

 


Mindestens vier Gleisverwerfungen auf dem Abschnitt zwischen Kopparasen und Vassijaure stoppen den Verkehr auf der Malmbanan nördlich von Abisko. Nach den derzeitigen Prognosen kann der Verkehr erst Ende dieser Woche wieder aufgenommen werden.


Die großen Temperaturschwankungen sind der Grund für die Gleisverwerfungen, die auf der Strecke entstanden sind, auf der am 17. Dezember 2023 bei Vassijaure ein Erzzug entgleiste. Die Sanierungsarbeiten an der Bahnstrecke wurden unter strengen Winterbedingungen durchgeführt, was sich jetzt, da die Hitze eingesetzt hat, negativ auf die Schienen auswirkt.

„Es ist natürlich sehr bedauerlich, dass es zu weiteren Unterbrechungen auf der Erzbahn kommt, die für uns bei LKAB existentiell ist, um unsere Produkte zu den Kunden zu bringen. Gleichzeitig haben wir Verständnis für die Maßnahmen, die auf der betreffenden Strecke ergriffen werden, und dass damit das Risiko weiterer Entgleisungen minimiert wird“, sagt Caroline Wiss, Geschäftsführerin der zur Bergbaugesellschaft gehörenden LKAB Malmtrafik.

„Gleisverwerfungen sind ein Phänomen, das bei großen Temperaturschwankungen auftritt. Wir waren uns dieses Risikos während der Sanierungsarbeiten im letzten Winter bewusst, und dies ist eine Folge der Arbeiten unter winterlichen Bedingungen. Im Rahmen des Kontrollprogramms haben wir täglich Gleislage- und Fugenmessungen durchgeführt, um die Schienen im Auge zu behalten“, sagt Simon Sunna, Abteilungsleiter für Eisenbahnen bei der schwedischen Verkehrsverwaltung Trafikverket.

Am letzten Freitag, dem Tag der Sperrung, wurden in dem Gebiet 21 Grad gemessen. Hohe Temperaturen führen dazu, dass sich das Metall der Schienen ausdehnt und das Gleis hohen Druckspannungen ausgesetzt ist. Die Schienen, die im letzten Winter bei sehr niedrigen Temperaturen eingebaut wurden, dehnten sich bei dem heißem Wetter überproportional aus.

Die Strecke hat momentan leider ein extremes Ausfallpotential, war doch nach der zweimonatigen Sperrung bereits nach fünf Betriebstagen am 24.02. wieder ein Zug entgleist. Die betroffenen Abschnitte liegen alle im letzten schwedischen Teil oberhalb von Kiruna, kurz vor der norwegischen Grenze.

Allein für die Abfuhr des auf Halde liegenden Eisenerzes müssten rund 600 Züge fahren.