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18.01.2022
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Verkehrsbetriebe

Frankreich: Französischer Premierminister verspricht Wiederbelebung des ländlichen Raums
13.01.2022

Von: Railway Gazette


Anlässlich der Wiedereröffnung der seit Dezember 2018 stillgelegten Strecke nach Épinal versprach Premierminister Jean Castex in Saint-Dié-des-Vosges die "Wiederbelebung" der ländlichen Strecken in ganz Frankreich.


Castex bezeichnete die Wiedereröffnung am 12. Dezember als einen sehr symbolischen Moment und sagte: „Was wir in Saint-Dié-des-Vosges tun, hat keinen Sinn, wenn wir nicht überall in Frankreich dasselbe tun. Mit der Erneuerung von 9.200 km Gleisen auf Nebenstrecken hat eine große Bewegung begonnen. Dies ist eine Frage des ökologischen Übergangs, aber es gibt auch eine wirtschaftliche Logik und die Verteidigung des ländlichen Raums. Die Erneuerung des ländlichen Netzes der SNCF wird in den nächsten 10 Jahren bis zu 7 Milliarden Euro kosten“.

Mit Blick auf die für 2023 geplante Einführung von wasserstoffbetriebenen Zügen betonte Castex, dass die Eisenbahn eine "Hochtechnologie"-Branche sei. „Die Bahn ist eine Investition in die Zukunft, und diese Investition wird sich auszahlen", sagte er voraus. Später bestieg Castex zusammen mit Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebbari einen Zug nach Épinal.

Während der dreijährigen Sperrung der 49 km langen Strecke wurden Renovierungsarbeiten im Wert von 21 Mio. € durchgeführt, darunter fast 8 km neu verlegte Gleise, die Erneuerung von Schienen und Schotter auf anderen Abschnitten, die Modernisierung von sechs Bahnübergängen und bauliche Arbeiten am Vanémont-Tunnel sowie Reparaturen am Tunnel bei Bruyères. Nach einer Formel, die auch für andere Wiedereröffnungsprojekte gelten soll, hat der Staat 40 % der Kosten übernommen, der Rest wurde von der Region Grand Est getragen.

An einem normalen Wochentag verkehren nun täglich 10 TER-Züge in beide Richtungen zwischen Épinal und Saint-Dié-des-Vosges, von denen sieben von und nach Straßburg weiterfahren. Diese Züge halten in Bruyères und Arches und haben eine Fahrzeit von 51 bis 56 Minuten.

Die Konzession für den Betrieb dieser Strecke soll 2023 zusammen mit drei weiteren Strecken ausgeschrieben werden.

In Okzitanien kündigte die Präsidentin der Region, Carole Delga, an, dass der Personenverkehr auf der Strecke am rechten Rhôneufer im Departement Gard bis zum Sommer nächsten Jahres wieder aufgenommen werden soll. Die Züge sollen zunächst zwischen Nîmes und Pont-Saint-Esprit über Avignon verkehren.

Der letzte reguläre Personenverkehr auf dieser Strecke fand 1973 statt. Seitdem wird die Strecke ausschließlich von Güterzügen und umgeleiteten Personenfernverkehrszügen genutzt. Acht Bahnhöfe werden renoviert und mit Fußgängerbrücken oder Unterführungen versehen, während 27 Bahnübergänge verbessert werden sollen. In Pont-Saint-Esprit soll ein Wendegleis gebaut werden. Die Pläne sehen vor, dass täglich acht Züge in beide Richtungen verkehren.

Auch auf der 35 km langen Strecke Montréjeau - Louchon in der Haute-Garonne, die das Skigebiet Luchon bedient, soll im nächsten Jahr mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Diese Strecke soll im Sommer 2023 wieder in Betrieb genommen werden und ist als potenzielles Testfeld für den Wasserstoff-Brennstoffzellenzug Régiolis vorgesehen, der von Alstom für die SNCF und eine Gruppe von Regionen, darunter Occitanie, entwickelt wird.

Die Region hat außerdem zwei weitere Strecken für eine mögliche Wiedereröffnung in die engere Wahl gezogen: Die 32 km lange Strecke Alès - Bessèges soll den Zugang zum Nationalpark Cevennen verbessern, während die 44 km lange Strecke Rodez - Sévérac seit Dezember 2017 geschlossen ist.