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09.12.2019
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Industriereport

Hamburg: Neue U-Bahn-Linie für die Hansestadt
14.11.2019

Von: Schüßler-Plan


Mit der neuen U-Bahn-Linie U5 werden entlang einer zirka 30 km langen Trasse wichtige Lücken im Hamburger U-Bahn-Netz geschlossen. Ziel der Baumaßnahmen ist es, bequeme Umstiegssituationen für Fahrgäste zu anderen bestehenden Schnellbahnlinien zu schaffen, um eine optimale Netzwirkung zu erreichen.


Die Generalplanung für die U5 Mitte umfasst die Vorplanung der Verkehrsplanung, der Ingenieur- und Tunnelbauwerke, der Architektur sowie der technischen Anlagen auf einer Strecke von 13 bis 17 km Länge. Umfangreiche besondere Leistungen, Fachgutachterleistungen und Beraterleistungen werden interdisziplinär erbracht. Die Ingenieurgemeinschaft U5 Mitte wurde von der Hamburger Hochbahn AG beauftragt, die gesamte innerstädtische Trasse inklusive 14 bis 17 unterirdischer Haltestellen zu planen. Schüßler-Plan ist in der Ingenieurgemeinschaft technisch federführend.

Die Trasse verläuft ausschließlich unterirdisch und unterfährt zahlreiche Gebäude, Infrastrukturanlagen und die Binnenalster. Sie liegt vollständig im Grundwasser. Erstmals wurden bereits im Rahmen der Vorplanung umfangreiche Planungen mittels BIM erbracht. Dazu zählt auch die Erfassung aller erforderlichen Bestandsdaten in einem von Schüßler-Plan entwickelten, digitalen Geländemodell.

Eine weitere Besonderheit des U-Bahn-Projekts ist, dass die Strecke fahrerlos bzw. vollautomatisch betrieben werden soll. Aus diesem Grund müssen die Bahnsteige aus sicherheitstechnischen Überlegungen heraus zu den Gleisen hin durch PSD-Anlagen (Platform-Screen-Doors) abgeschirmt werden. Die U5 soll in einem Takt von 90 Sekunden fahren. Für die Realisierung dieser hohen Streckenauslastung bei gleichzeitig hoher Verfügbarkeit, auch bei betrieblichen Störfällen, werden ergänzend zu den Streckengleisen komplexe und unterirdische Betriebsanlagen wie Kehr- und Abstellanlagen sowie Gleiswechsel benötigt.

Für die Planung und Realisierung des Projekts setzt Schüssler-Plan OPEN-BIM ein, ein projektspezifisches Dokumentenmanagementsystem. Im Rahmen des Vorentwurfs werden verschiedene Planungsleistungen mithilfe von BIM erbracht. Hierzu zählen die modellbasierte Planableitung, ein 3D-Koordinationsmodell für eine detaillierte Darstellung des Bestands sowie drei Modelle für die Erweiterung und den Ausbau der Haltestellen "Hauptbahnhof", "Hoheluftbrücke" und "Jarrestraße".

Das umfangreiche Bestandsmodell ist deshalb eine Besonderheit, weil es erlaubt, über die gesamte Trassenlänge eine Vielzahl von Informationen zum Leitungsbestand sowie den Bestandsgebäuden teilautomatisch zu integrieren und auszuwerten.